Dienstag, 1. August 2017

Von „Lebensparadoxen“


Alle notwendigen materiellen Dinge des Lebens in zwei Taschen -
aus der einen blickt mich der Zweifel fragend an, aus der anderen strömt ein Gefühl von Leichtigkeit.
Zwei Räder an einem Drahtgestell und Du -
meine treuen Begleiter durch dieses Abenteuer.





Manchmal ist man genau dann am glücklichsten, wenn man am wenigsten zu haben scheint.






Ich war so nah bei dir und mir zur gleichen Zeit
- wir waren zusammen alleine, aber niemals einsam.
Wir haben uns schweigend so viel erzählt
- haben Gedanken stets zur richtigen Zeit in Worte verpackt oder unberührt gelassen.
Ich war gefangen im Moment -
im leuchtenden Grün der Weinberge, im kühlen Wasser der Mosel, in den weltbesten Campingkochernudelgerichten, im weichen Schlafsack im Zelt neben dir
- und noch nie hat sich Gefangenschaft so frei angefühlt.







Manchmal versucht man beständig zu rasten und kommt genau dann an, wenn man unterwegs zu sein scheint.




Zuhause packe ich meine Taschen aus:
Ein Hauch Zufriedenheit mit einer Note purer Lebensfreude strömt aus und legt sich sacht über alle Oberflächen.
Dankbarkeit und das Versprechen diesem Duft noch lange nachzuspüren, finden ihren Platz im Notizheft.



Manchmal sind es die kleinen Reisen, die einem neue Welten öffnen.


Montag, 19. Juni 2017

Dunkelkammer




Festhalten. Nicht loslassen.
Bist du doch meine Manifestation des guten Lebens.
Das noch leicht war, weil es die Schwere von Gedanken, den Druck von Sorgen und die Enge von Zweifeln noch nicht kannte.






Weil in dir Momente für immer sein und Nächte das Gestern verschlucken konnten, wenn ich wollte.
Weil in dir Zuhause das Zentrum des Universums und gleichzeitig der schönste Ort der Welt war.
Weil in dir zwischen Heute und Morgen so unendlich viel Zeit liegen konnte, die ausreichte, um in den entferntesten Orten die aufregendsten Abenteuer zu erleben.
Weil ihr in dir mein Leben in euren schützenden Händen gehalten habt - so vorsichtig, dass nichts zerbrochen ist und gleichzeitig so fest, dass ich nur "gut" und noch kein "böse" kannte.
Weil in dir meine Träume in jedem Spiel wahr werden konnten.
Weil in dir jede Wunde noch mit einem Pflaster geheilt ist.
Weil ich in dir mit Phantasie die wenigen grauen Tage bunt malen konnte.
Weil ich mir selbst in dir noch genug war.


Festhalten. Nicht loslassen.
Bist du doch meine Manifestation
des guten Lebens.
Das noch leicht war, weil es die
Schwere von Gedanken, den Druck
von Sorgen und die Enge von
Zweifeln noch nicht kannte.

Aber ich muss dich loslassen, darf dich nicht weiter festhalten.
 
 
Muss mich von dir verabschieden. Muss lernen mich an dich zu erinnern aber nicht in deiner Erinnerung zu leben.
Muss lernen Gedanken, Sorgen und Zweifel für Momente in meinem Kopf zu Luftblasen zu bündeln und sie von den Glückswellen davon tragen zu lassen - um mich nicht beständig schwer, sondern beständig leicht zu fühlen.
Muss lernen, dass ich auch an anderen Orten zu Hause sein kann und darf, aber ihr trotzdem für immer meine Heimat bleiben werdet.
Muss lernen, dass ich eine Frau werden und trotzdem für immer euer Kind bleiben kann.
Muss lernen mein Leben in meinen eigenen Händen zu tragen - beschützt nicht schutzlos.
Muss lernen, dass es nicht darum geht sich retten zu lassen, sondern sein eigener Held zu sein.
Muss lernen mir selbst wieder genug zu sein.
Muss mich von dir verabschieden. Muss lernen mich an dich zu erinnern aber nicht in deiner Erinnerungen zu leben.

Ich trage die Erinnerungen an dich in meinem Kopf aber nicht länger in meinem Körper weiter.“, flüstere ich dir zu und sehe deine Träne in meinem Spiegelbild.

Und Mein Bild verschwimmt und ist bereit sich neu zu entwickeln.
T-shirt: H&M (mit einer wundervoll treffenden Aussage: "Aime tous les jours" - "Liebe alle Tage")
 

Freitag, 28. April 2017

Die "goldene Mitte"

„Jedes Ende ist auch ein neuer Anfang.“
Ich stelle mir die Frage, ob diese Aussage trösten soll - und für den Fall,
dass sie es beabsichtigt, wen.

Anfangen - seinen inneren Kompass neu ausrichten, ohne dabei vollständig die Orientierung zu verlieren - erscheint mir eine mindestens genau so große Herausforderung darzustellen, wie etwas zu beenden, ohne dabei schlaglichtartig alle „von Glück triefenden Momente“, wie im Abspann einer „Rosamunde- Pilcher- Schnulze" – tränenförmig in Taschentücher zu vergießen.

Ängste, Wut, Enttäuschungen, die wir definitiv auch verspürt haben, scheint das „Verklärungsmonster“ verschlungen zu haben.
Zum Glück scheinen Erinnerungen schwer verdaulich, sodass es sie bei Zeiten wieder ausspuckt.

Was ich sagen will:
Ich verstehe, warum Floskeln mit dem doch wenig anmutendem Adjektiv „inhaltslos“ geschmückt werden.
Trösten aber kann der Gedanke, dass man „Unbekanntes“ schon oft in „Vertrautes“ verzaubert hat, ohne sich seiner Künste überhaupt bewusst zu sein.

Und ganz schnell ist man wieder irgendwo zwischen Anfang und Ende.
Dort, wo wir uns am Wohlsten fühlen - in der „goldenen Mitte“- und in
der scheint doch tatsächlich Wahrheit zu stecken.

Sonntag, 9. April 2017

Buntstiftmalerei

 
 
 
 
 
Lasst uns jeden Morgen „Mut und Lebensfreude-Müsli“ frühstücken und alle Zweifel in Milch ertränken.
Lasst uns zu weniger „Vielleicht“ flüstern und stattdessen „Ja“ durch alle Straßen rufen.
Lasst uns weniger Pläne bis ins kleinste Detail ausfeilen und dann selbst die besten unter To-do-Listen vergraben und stattdessen mehr einfach tun.
 
 
 
 
 
 
Lasst Spontanität und Bauchgefühl unser Kompass in Entscheidungssituationen sein.
Lasst uns leben, anstatt immer nur vom Leben zu reden.


 

 
Lasst uns weniger kopfschüttelnd auf der Stelle stehen und mit dem Finger auf andere zeigen und stattdessen selber mehr bewegen.
Lasst uns andere überraschen und am meisten über uns selber staunen.
Lasst uns lieber bereuen, als nicht bereuen.



 
  
 
 
 

Lasst uns Mut, Freude, Momente und Liebe verschenken. Aber nicht unsere Zeit.
Lasst uns das „Jetzt“ unwiderruflich in den buntesten Farben ausmalen und nicht das „Dann“ mit Bleistift skizzieren.



Lasst uns uns wieder mehr von der Realität des Lebens begeistern lassen und nicht nur von der Fiktion des Bildschirms.
Lasst uns wieder mehr ehrlich lachen, weinen, lieben, reden und fühlen, anstatt elektronische Daten ins All zu schicken.
Lasst uns lieber scheitern, als es nie zu versuchen.



 

Lasst uns mit Erinnerungen einschlafen und nicht mit Träumen.
Lasst uns nicht alt werden, bevor wir jung waren.




Dienstag, 21. März 2017

Tankstellenmilcheis

Ein Auto vollgetankt mit Sommer,
schwer vor Glück.
Du neben mir
und zwischen uns die Standtasche, gefüllt von Liebe und Hass.
Ihr vor mir
und mein Vertrauen in euch unerschütterlich.
Mehr Liebe als Hass.
Immer Richtung Meer.

 
Mein Kopf leer - gefüllt vom Moment.
Mein Herz leicht - schwer vom Vertrauen in das Gute.
Ich - im Besitz über die Formel des Glücks,
ohne je danach gesucht zu haben,
ohne mir dessen bewusst zu sein.


Wir schmecken nach Tankstellenmilcheis.
Wir schlagen die Langeweile mit Städten und Flüssen tot
und ich bin ehrlich - manchmal auch mit Ärgern.
Wir hören unsere Lieblingslieder und geben ihnen eine neue Tonart
- die vielleicht nur uns gefällt.
Ihr - meine Manifestation des Glücks in diesem Moment.
 Hinter der Fensterscheibe ziehen Gesichter an mir vorbei
- besorgte, nachdenkliche, angespannte.
Aber ich sitze dahinter
- im Auto, vollgetankt mit Sommer, schwer vor Glück.
Mein Kopf leer - gefüllt vom Moment.
Mein Herz leicht - schwer vom Vertrauen in das Gute.
Ihr - meine Manifestation des Glücks in diesem Moment.
 

 Ihr habt mich Glück fühlen, spüren, schmecken, riechen lassen.
Ihr habt diesen Begriff mit Substanz gefüllt.
Ihr habt mir die Formel des Glücks mit auf den Weg gegeben.
Der Kopf leer - gefüllt vom Moment.
Das Herz leicht - schwer vom Vertrauen in das Gute.
Ihr habt mich gelehrt, dass es Glück nicht zu suchen, sondern zu erkennen gilt.
Glück hat viele Formen
- das Auto vollgetankt mit Sommer ist nur eine.

Sonntag, 26. Februar 2017

Luftanhalten

Ich bin gerannt.
Nach einer genauen Wegbeschreibung.Von Etappe zu Etappe.
Immer das nächste Zwischenziel vor Augen. Den Plan in der Tasche. Wissend, was als nächstes zu tun ist, was als nächstes von mir erwartet wird.
Funktionieren, das kann ich - blind vertrauen auch.
Und ich spüre Sicherheit. Sicherheit, aber Enge.
Atmen. Immer weiter atmen.



Ich bin gerannt.
Ohne den Weg wahrzunehmen. Ohne mich selbst zu orientieren. Ohne mein Tun zu hinterfragen.
Immer das nächste Zwischenziel vor Augen. Den Plan in der Tasche. Wissend, was als nächstes zu tun ist, was als nächstes von mir erwartet wird.
Funktionieren, das kann ich - blind vertrauen auch.
Und ich spüre Sicherheit. Sicherheit, aber Enge.
Atmen. Immer weiter atmen.


Ich bin gerannt.
Habe alle Vorgaben eingehalten. Habe alle Erwartungen erfüllt. Habe das Ziel erreicht -
und merke: Ich bin trotzdem nicht angekommen.
Spüre Erleichterung, aber keine Zufriedenheit.
Spüre Erschöpfung, aber keine innere Ruhe.
Funktionieren, das kann ich - blind vertrauen auch.
Und ich spüre Sicherheit. Sicherheit, aber Enge.
Atmen. Immer weiter atmen.


Ich bin gerannt.
Habe vieles geschafft, aber auch vieles verloren.
Träume und Wünsche sind aus meinem Rucksack gefallen, weil ihnen nachzugehen Zeit gekostet hätte.
Zeit, die im Plan nicht vorgesehen war.
Weil ihnen nachgehen bedeutet hätte, an der ein oder anderen Weggabelung anders abzubiegen, von der Strecke abzukommen, auch mal zu stolpern und wieder aufstehen zu müssen.
Zeit, die im Plan nicht vorgesehen war.
Funktionieren, das kann ich - blind vertrauen auch.
Und ich spüre Sicherheit. Sicherheit, aber Enge.


Ich bin müde vom Funktionieren.
Hungrig nach mir selbst.
Nach meinen Träumen und Wünschen.
Nach Planlosigkeit. Nach Verlaufen. Nach Zufriedenheit und innerer Ruhe.
Nach Ankommen.


Deshalb werde ich jetzt mal die Luft anhalten. Auf mich vertrauen.
Darauf, dass ich selber weiß, wann ich wieder atmen muss.
Auch, wenn das vielleicht im ersten Moment Angst macht.
Und ich spüre Unsicherheit. Unsicherheit, aber Freiheit.