Mittwoch, 21. Dezember 2016

Du


Du.
Du bist ein Hellseher. Der weiß, dass sich im tiefsten Staub und Dreck ein kleiner Diamant versteckt hat.
Du.
Du bist ein Kämpfer. Der ihn abträgt, diesen Schmutz. Schicht für Schicht. Weil du an das glaubst, was nur du zu sehen vermagst.
Du.
Du bist ein Mutmacher. Weil du weißt, dass er Strahlen kann, dieser Diamant. Weil du an ihn glaubst. An seine Schönheit. An sein Potential.


Du hast mich noch gesehen, als bei mir schon alles dunkel war.
Du hast meinen Weg schon wahrgenommen, als ich noch im Irrgarten stand.
Du hast meine Kräfte schon gespürt, ehe ich wusste, dass ich überhaupt stark sein kann.
Du hast schon an mich geglaubt, bevor ich es gewagt habe das Hoffen zu beginnen.


Du.
Du bist ein Stehaufmännchen. Das aufs Weiterkämpfen besteht. Weil du weißt, dass manchmal erst neue Schmutzschichten dazukommen müssen, ehe die Sicht auf das Schöne endgültig frei wird.
Du.
Du bist ein Träumer. Und das ist wichtig, denn Träume sind es, die dich zum Weitermachen anhalten. Die dich nicht aufgeben lassen.
Du.
Du bist ein Zauberer. Der ihn wieder zum Strahlen bringt, diesen Diamanten. Stück für Stück.


Du hast mich noch gesehen, als bei mir schon alles dunkel war.
Du hast meinen Weg schon wahrgenommen, als ich noch im Irrgarten stand.
Du hast meine Kräfte schon gespürt, ehe ich wusste, dass ich überhaupt stark sein kann.
Du hast schon an mich geglaubt, bevor ich es gewagt habe das Hoffen zu beginnen.

Und Ich.
Ich bin der Diamant. Zum mindestens in dieser Geschichte.
Mein Strahlen ist noch nicht für alle sichtbar. Da ist noch Schmutz auf mir, der nicht zu mir gehört. Aber ich habe auch schon einige Schichten abgetragen. Mein Strahlen hat an Stärke gewonnen.
Durch mich. Aber eben auch durch dich.
Durch deinen Blick auf mich, durch deinen Glauben an mich.
Durch deine Kraft, durch deinen unermüdlichen Kampfeswillen, durch deine Wertschätzung, durch deine Liebe.
Dadurch, dass du stets den Diamanten und nie nur den Schmutz siehst.


Und Ich. Ich weiß mittlerweile, dass ich Strahlen kann. Das ich Strahlen werde.
An deiner Seite.


Du hast mich noch gesehen, als bei mir schon alles dunkel war.
Du hast meinen Weg schon wahrgenommen, als ich noch im Irrgarten stand.
Du hast meine Kräfte schon gespürt, ehe ich wusste, dass ich überhaupt stark sein kann.
Du hast schon an mich geglaubt, bevor ich es gewagt habe das Hoffen zu beginnen.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Ey, spiel` mal wieder dein Lieblingslied


Draußen ist es grau und schrecklich kalt.
Nasskalt, neblig und düster.
Ich mag den Winter. Aber nur den Bilderbuchwinter.
Der, der Eisblumen an die Fensterscheiben zaubert.
Der, der durch seine Schneeschicht alles ganz friedlich aussehen lässt.
Der, der Lust auf Schneeballschlachten und Schlittenfahren macht.
Der, der die Vorfreude auf Weihnachten in jedes Haus trägt.
Eiskalt, klar und sonnig.
Und er spielt Metal, dabei mag ich doch nur Pop.


In meinem Kopf ist es unglaublich voll.
Umzugskartons stapeln sich bis unter die Decke.
Es wird enger und enger.
Ich brauche Luft.
Ich schleppe und räume und arbeite und schwitze.
Aber es werden nicht weniger. Es werden immer mehr.
Und wenn ich nicht aufpasse, bricht dieses instabile Gebilde bald mit einem Lauten Krach über mir zusammen.
Das denke ich zum mindestens.
Und er spielt Metal, dabei mag ich doch nur Pop.


In meinem Herzen ist es unglaublich leer.
Ein Raum voller Kerzen und trotzdem nicht gefüllt, denn keine von ihnen mit lodernder Flamme.
Weil ich für nichts brenne.
Wo ist mein Feuer? Wo bin ich?
Mein Strahlen. Der Glanz in meinen Augen. Die Wärme des Glücklichseins. Das Brennen vor Begeisterung. Der Rauch der Zufriedenheit. Der Zufriedenheit mit mir.
Ich bin doch so viel mehr. Ich kann doch so viel mehr. Das Leben ist doch so viel mehr.
Eigentlich.
Und es spielt Metal, dabei mag ich doch nur Pop.


Er spielt. Es spielt.
Nein!
Ich spiele.
Ich entscheide was gespielt wird. Mein Leben. Meine Playlist.
Ich entscheide, was ich aus diesem Winter mache. Ich entscheide in welchem Tempo ich arbeite und wie viel. Ich entscheide, wie ich mein Leben gestalte.
Ich entscheide, dass ich glücklich bin.
Denn: Ich bin doch so viel mehr. Ich kann doch so viel mehr. Das Leben ist doch so viel mehr.


Und deshalb spiele mein Lieblingslied - in Dauerschleife. 
Weil ich entscheide. Weil ich entscheiden kann.
Mein Leben. Meine Playlist.