Donnerstag, 29. September 2016

Wir können nicht immer glücklich sein. Aber...

 Alltagsstress. Lebenssorgen.Weltschmerz.
Wir haben die Köpfe in Büchern, die Gedanken beim nächsten Punkt auf unserer To-do-List.
Und sie wird länger.
Und sie wird länger.
Und plötzlich, da wird alles zum Termin. Zur Pflicht.
Und wir rennen.

Und ich renn` und ich renn` und ich renn`. Als hätten wir vier Leben, doch wir haben nur eins.“

Unzufriedenheit. Müdigkeit. Traurigkeit.
Schleichen sich an, breiten sich aus.
Sehnsucht.
Sehnsucht nach Dingen, die uns glücklich machen. Lächeln lassen. Dieses warme, „Alles-ist-gut- Gefühl“ geben.
Sehnsucht nach einer Pause in diesem Marathonlauf.
Und wir rennen. Weiter. Immer weiter.


Als könnten wir vier Leben leben, als müssten wir überall sein.“


Dabei liegen sie direkt vor uns, diese Pausen.
Wir müssen sie nur wahrnehmen. Sie als solche begreifen.
Nicht als Termine. Nicht als Pflicht.
Und manche, manche müssen wir uns bewusst selber setzen.
Uns zwingen das Rennen zu unterbrechen. Damit wir anschließend wieder weiter laufen können.
Mit Spaß. Ohne Zwang.
Zeit mit Freunden. Ein gutes Buch. Eine Tasse Tee. Ein schöner Film. Ein langer Spaziergang. Ein gelungenes Workout.
Zeit für uns. Zeit für mich.


"Und ich renn` und ich renn` und ich renn`, dem einen hinterher, als hätten wir vier Leben- vier."




Wir müssen sie schätzen diese Pausen. Dieses Glück, das in ihnen liegt.

Das Kleine. Nicht immer nur das Große.
Müssen dankbar sein für das, was wir haben.
Dieses Leben. Dieses eine.
Müssen uns auf die Momente einlassen.
Müssen die Augen verschließen vor dem, was noch zu tun ist, und das Herz öffnen für das, was gerade passiert. In diesem Moment. In dieser Pause.
Müssen sie genießen. Mit all' unseren Sinnen.
Müssen sie fest in uns verschließen, um von ihnen zu zehren,wenn die Pflicht ruft, wenn die Sorgen klopfen.


Und sie muss rufen und sie müssen klopfen, denn wir können nicht immer glücklich sein.
Aber wir können es öfter sein, als wir denken. Wenn wir wollen.
In diesem Leben. In diesem einen.

-Bosse , Vier Leben-


Montag, 26. September 2016

Für den Moment

Und diese Luft. Sie ist einfach anders.
Klarer und frischer. Belebender und gleichzeitig beruhigender. Salziger und doch reiner.
Sie riecht nach Urlaub. Nach Urlaub zu Hause. So vertraut und beschützend umgibt sie mich.

Und dieser Wind. Er ist einfach anders.
Nicht stechend. Nicht verärgernd, weil er die Frisur vom Morgen kaputt macht.
Er legt sich um mich. Er verwuschelt meine Haare, er treibt mir Tränen in die Augen und verschmiert meine Schminke.
Er nimmt mir meine Maske ab.
Aber das ist mir gleichgültig. Völlig gleichgültig. Denn mit dem selben Windstoß nimmt er alle meine Sorgen mit.
Packt sie ein.
Trägt sie fort.
Fort. Hinaus aufs Meer.
Das so wunderschön vor mir liegt. Gewaltig und trotzdem nicht bedrohlich. Still und gleichzeitig laut. Aufwühlend und doch tröstend.Vertraut und doch immer wieder neu.
Einzigartig. Welle für Welle.

Und ich spüre meine Füße im Sand.

Hier brauche ich keine Maske tragen. Hier möchte ich keine Maske tragen. Nicht für mich. Nicht für andere.
Hier bin ich okay mit mir.
Für den Moment.
Hier fühle ich mich angekommen. Hier kann ich durchatmen. Hier kann ich zur Ruhe kommen. Hier kann ich nachdenken. Hier kann ich loslassen. Hier kann ich frei sein. Hier kann ich glücklich sein. Hier kann ich auftanken.
Für den Moment.
Für den Moment, der eine Woche dauert. Der auch nur eine Woche dauern kann. Der auch nur eine Woche dauern darf, sonst würde er seine Zauberkraft verlieren.
Aber ein Moment reicht manchmal schon aus. Ein Moment kann einem manchmal mehr geben als ein ganzes Jahr.


Und ich werde immer wieder kommen, nur für den Moment.
                         




Samstag, 24. September 2016

Ich möchte so vieles sein

Nur ein Leben. Nur ein Leben aber so viele Möglichkeiten.

Wer will ich sein? Wie will ich sein?
Muss ich herausfinden wer ich bin, oder kann ich selbst entscheiden wie ich sein möchte?
Sind wir also die, die wir sind oder werden wir doch die, die wir sein wollen?
Und wie funktioniert das Ganze überhaupt?
Dem Herzen folgen, auf das Bauchgefühl hören, sagen die einen.
Die Komfortzone verlassen, Selbstzweifel und Ängste überwinden, mutig sein, Dinge wagen, sagen die anderen.

Ich möchte so vieles sein.

An einem Tag fühle ich mich als erwachse und starke junge Frau, mutig und entschlossen so viel wie möglich vom Leben mit zu nehmen.
Da möchte ich reisen. Am liebsten die ganze Welt sehen. In den verschiedensten Städten leben, die unterschiedlichsten Kulturen und Menschen kennen lernen. Da möchte ich frei sein. Ungebunden. Unabhängig. Mir selbst genug.
An anderen Tagen bin ich wiederum ein kleines Mädchen, das sich nach Geborgenheit, Sicherheit und Liebe sehnt.
Da möchte ich einen festen Ort an dem ich mich zu Hause fühle. Da möchte ich nach der Arbeit nach Hause kommen und in deine Arme fallen. Da brauche ich dich.

Ich möchte so vieles sein.

Modisch und alternativ. Süß und sexy. Frei und gebunden. Abenteuerlustig und langweilig. Vertrauensvoll und aufregend. Grundschullehrerin und Künstlerin. Realistin und Träumerin. Partyqueen und Couchpotatoe.

Ich möchte so vieles sein.
Aber vor allem möchte ich dir nicht wehtun.

Ich muss ausprobieren. Muss mich ausprobieren.
Muss das Leben ausprobieren, in seiner Fülle an Möglichkeiten.


Um zu fühlen, was ich möchte und was nicht.
Um mich zu finden.
Das bedeutet Mut haben. Mut haben Fehler zu machen, hin zu fallen, sich weh zu tun, vielleicht auch anderen wehzutun.
Das bedeutet mal seinem Herzen zu folgen und sich ein anderes mal seinen innersten Ängsten zu stellen und über sich hinaus zu wachsen.
Das bedeutet echte, schmerzhafte Tränen genauso wie echte, Kribbeln verursachende Freude.
Das bedeutet das Leben spüren in all` seinen Facetten, mit all` seinen Facetten.
Ausprobieren.
Fühlen, was gut tut, was erfüllt, was glücklich macht.
Das Leben leben.
Vieles sein.
Mich finden.









Hallo ihr Lieben,
seit meinem letzten Post ist einiges passiert. Ich bin ein ganzes Stück stärker geworden und Sie im Gegenzug dazu immer schwächer und kleiner.
Auf all` den Plätzen, die sie früher belegt hat, macht sich nun das Leben breit.
Da ist jetzt endlich Raum, Energie und Zeit für die Gedanken, die einen als junge Frau wahrscheinlich umtreiben, wenn man vor hat, dass Leben, das einem geschenkt wurde, zu nutzen.
Ich möchte diese Gedanken gerne mit euch teilen.
Vielleicht beschäftigt euch Ähnliches. Vielleicht hilft es euch weiter. Vielleicht macht es euch Lust aufs Leben, mit allem was dazu gehört.
Angst. Mut. Zweifel. Suchen. Finden. Scheitern. Siegen. Glück. Trauer. Liebe. Hass. 
Leben ist nicht immer einfach, aber es ist aufregend und es so verdammt wert.
Wir sind es wert. Wir sind so viel mehr als Sie. In uns steckt so viel mehr.


Also: Darf es vielleicht ein bisschen mehr Leben sein?