Mittwoch, 21. Dezember 2016

Du


Du.
Du bist ein Hellseher. Der weiß, dass sich im tiefsten Staub und Dreck ein kleiner Diamant versteckt hat.
Du.
Du bist ein Kämpfer. Der ihn abträgt, diesen Schmutz. Schicht für Schicht. Weil du an das glaubst, was nur du zu sehen vermagst.
Du.
Du bist ein Mutmacher. Weil du weißt, dass er Strahlen kann, dieser Diamant. Weil du an ihn glaubst. An seine Schönheit. An sein Potential.


Du hast mich noch gesehen, als bei mir schon alles dunkel war.
Du hast meinen Weg schon wahrgenommen, als ich noch im Irrgarten stand.
Du hast meine Kräfte schon gespürt, ehe ich wusste, dass ich überhaupt stark sein kann.
Du hast schon an mich geglaubt, bevor ich es gewagt habe das Hoffen zu beginnen.


Du.
Du bist ein Stehaufmännchen. Das aufs Weiterkämpfen besteht. Weil du weißt, dass manchmal erst neue Schmutzschichten dazukommen müssen, ehe die Sicht auf das Schöne endgültig frei wird.
Du.
Du bist ein Träumer. Und das ist wichtig, denn Träume sind es, die dich zum Weitermachen anhalten. Die dich nicht aufgeben lassen.
Du.
Du bist ein Zauberer. Der ihn wieder zum Strahlen bringt, diesen Diamanten. Stück für Stück.


Du hast mich noch gesehen, als bei mir schon alles dunkel war.
Du hast meinen Weg schon wahrgenommen, als ich noch im Irrgarten stand.
Du hast meine Kräfte schon gespürt, ehe ich wusste, dass ich überhaupt stark sein kann.
Du hast schon an mich geglaubt, bevor ich es gewagt habe das Hoffen zu beginnen.

Und Ich.
Ich bin der Diamant. Zum mindestens in dieser Geschichte.
Mein Strahlen ist noch nicht für alle sichtbar. Da ist noch Schmutz auf mir, der nicht zu mir gehört. Aber ich habe auch schon einige Schichten abgetragen. Mein Strahlen hat an Stärke gewonnen.
Durch mich. Aber eben auch durch dich.
Durch deinen Blick auf mich, durch deinen Glauben an mich.
Durch deine Kraft, durch deinen unermüdlichen Kampfeswillen, durch deine Wertschätzung, durch deine Liebe.
Dadurch, dass du stets den Diamanten und nie nur den Schmutz siehst.


Und Ich. Ich weiß mittlerweile, dass ich Strahlen kann. Das ich Strahlen werde.
An deiner Seite.


Du hast mich noch gesehen, als bei mir schon alles dunkel war.
Du hast meinen Weg schon wahrgenommen, als ich noch im Irrgarten stand.
Du hast meine Kräfte schon gespürt, ehe ich wusste, dass ich überhaupt stark sein kann.
Du hast schon an mich geglaubt, bevor ich es gewagt habe das Hoffen zu beginnen.

Sonntag, 4. Dezember 2016

Ey, spiel` mal wieder dein Lieblingslied


Draußen ist es grau und schrecklich kalt.
Nasskalt, neblig und düster.
Ich mag den Winter. Aber nur den Bilderbuchwinter.
Der, der Eisblumen an die Fensterscheiben zaubert.
Der, der durch seine Schneeschicht alles ganz friedlich aussehen lässt.
Der, der Lust auf Schneeballschlachten und Schlittenfahren macht.
Der, der die Vorfreude auf Weihnachten in jedes Haus trägt.
Eiskalt, klar und sonnig.
Und er spielt Metal, dabei mag ich doch nur Pop.


In meinem Kopf ist es unglaublich voll.
Umzugskartons stapeln sich bis unter die Decke.
Es wird enger und enger.
Ich brauche Luft.
Ich schleppe und räume und arbeite und schwitze.
Aber es werden nicht weniger. Es werden immer mehr.
Und wenn ich nicht aufpasse, bricht dieses instabile Gebilde bald mit einem Lauten Krach über mir zusammen.
Das denke ich zum mindestens.
Und er spielt Metal, dabei mag ich doch nur Pop.


In meinem Herzen ist es unglaublich leer.
Ein Raum voller Kerzen und trotzdem nicht gefüllt, denn keine von ihnen mit lodernder Flamme.
Weil ich für nichts brenne.
Wo ist mein Feuer? Wo bin ich?
Mein Strahlen. Der Glanz in meinen Augen. Die Wärme des Glücklichseins. Das Brennen vor Begeisterung. Der Rauch der Zufriedenheit. Der Zufriedenheit mit mir.
Ich bin doch so viel mehr. Ich kann doch so viel mehr. Das Leben ist doch so viel mehr.
Eigentlich.
Und es spielt Metal, dabei mag ich doch nur Pop.


Er spielt. Es spielt.
Nein!
Ich spiele.
Ich entscheide was gespielt wird. Mein Leben. Meine Playlist.
Ich entscheide, was ich aus diesem Winter mache. Ich entscheide in welchem Tempo ich arbeite und wie viel. Ich entscheide, wie ich mein Leben gestalte.
Ich entscheide, dass ich glücklich bin.
Denn: Ich bin doch so viel mehr. Ich kann doch so viel mehr. Das Leben ist doch so viel mehr.


Und deshalb spiele mein Lieblingslied - in Dauerschleife. 
Weil ich entscheide. Weil ich entscheiden kann.
Mein Leben. Meine Playlist.











Sonntag, 6. November 2016

Und wenn ihr mich fragt, wo ich bin: Mich suchen. Mich finden. Glaskugeln formen.


Ich glaube angekommen zu sein, meinen Weg gefunden zu haben, zu wissen, was ich will, zu sein, wer ich bin.
Aber diese Seifenblase aus Zielstrebigkeit, Zukunftsvertrauen und Selbstbewusstsein, sie ist eben eine Seifenblase.
Leicht. Unglaublich leicht. Vielleicht zu leicht für die Stürme des Lebens.
Zerbrechlich. Unglaublich zerbrechlich. Vielleicht zu zerbrechlich für die Spitzen des Lebens.
Seifenblasen wirken stabil. Schillern in den schönsten Farben. Aber das eben nur für den Moment. Nur so lange sie mit nichts und niemandem in Berührung kommen.
Nur so lange nichts und niemand ihren Kurs verändern will.
Nichts.
Niemand.
Aber so spielt das Leben nicht. Kann es auch nicht. Soll es auch nicht.
Wenn sie auf Widerstand treffen, auf Gegenwind, auf Hindernisse, dann zerplatzen sie.
Nicht mit einem lauten Knall, sondern ganz still und leise. So, dass man es fast nicht merkt.
Doch dabei fällt alles, was sie umschlossen halten, ganz still und leise aus ihnen heraus.
Unaufhaltsam verteilt es sich mitten im Leben.
In den Stürmen, auf den Hindernissen, auf den Spitzen.
Und was bleibt ist Leere. Ernüchterung. Verzweiflung. Unsicherheit. Angst.
Und ich bin müde. Müde erneut zu suchen.
In den Stürmen, auf den Hindernissen, auf den Spitzen.
Aber wenn ihr mich fragt, wo ich bin, dann antworte ich: Mich suchen.
Trotzdem.
Denn das bedeutet leben.
Und ich werde mich finden. Wiederfinden. Neu finden.
Und wenn ich mich gefunden habe, werde ich keine Seifenblasen mehr pusten, sondern Glaskugeln formen.
Ein Stück stabiler. Ein Stück lebenssicherer. Von außen und von innen.
Und irgendwann, da werden mich die Stürme, Hindernisse und Spitzen nur noch zum Suchen bringen, wenn ich es möchte. Wenn mir danach ist, mich neu zu finden. Nur dann.

   
    Und wenn ihr mich fragt, wo ich bin: Mich suchen. Mich finden. Glaskugeln formen.



Mittwoch, 19. Oktober 2016

Und manchmal, da muss man sich neu verlieben – vielleicht gleich zweimal...

Das Licht geht aus. Auf der Bühne beginnt jemand Klavier zu spielen.
Ein Schlagzeug setzt ein.
Die ersten Töne einer Gitarre erklingen.
Er beginnt zu singen. Wunderschön zu singen.
Ich bekomme Gänsehaut.
Und die Musik nimmt mich mit, vom ersten Ton an.
Lässt mich alles vergessen. Trägt mich fort.
Ich bin glücklich.
Und ich schaue neben mich und sehe: Du bist es auch.
Schön, dass du da bist.
Ich bin glücklich. Tief glücklich. Echt glücklich.
Dabei ist es nicht mein erstes Konzert. Dabei ist es nicht mein Lieblingssänger.

Aber ich habe mich neu verliebt. In das Leben.



Die Luft ist kühl. Der Himmel ist klar und blau. Die Bäume um mich herum strahlen in der Nachmittagssonne in gelb und orange.
Die Blätter unter meinen Schuhen knistern und ab und an stolpere ich über eine Kastanie.
Ich atme ein. Tief. Ganz tief.
Klare Luft strömt in meine Lunge.
Ich schließe die Augen. Fest. Ganz fest.
Und spüre die Sonnenstrahlen auf meiner Nasenspitze.
Sie sind warm, aber nicht so stechend wie im Sommer, nicht so fordernd. Sanfter. Viel sanfter.
Ich bin glücklich.
Und ich schaue neben mich und sehe: Ihr seid es auch.
Schön, dass ihr da seid.
Ich muss lächeln. Ich kann lächeln. Ich darf lächeln. Nicht erzwungen. Nicht gestellt.
Denn ich bin glücklich. Tief glücklich. Echt glücklich.
Dabei ist es nicht mein erster Herbst. Dabei ist es nicht mein erster Spaziergang in einem herrlich bunten Blätterwald.

Aber ich habe mich neu verliebt. In das Leben.



Die Tür geht auf. Du stehst vor mir. Ruhig-wie immer.
Du spürst meine Unsicherheit, meine Angst, meine Zweifel.
Ich spüre deine Liebe, dein Vertrauen.
Dein Vertrauen darin, dass alles wieder gut wird.
Dein Vertrauen in uns.
Und wir reden. Weil wir reden können. Miteinander. Nicht gegeneinander.
Und du bist da. Und du hörst zu. Verständnisvoll, nicht vorwurfsvoll. Ruhig-wie immer.
Und wir umarmen uns. Und ich spüre deine Nähe. Deine Wärme. Deine Liebe.
Und ich spüre wie gut sie tut. Wie gut du tust.
Und ich weiß, dass wir das hinbekommen. Alles. Zusammen.
Und ich weiß, dass ich dich will, dass ich uns will.
Und ich schaue neben mich und sehe: Du willst es auch.
Und ich bin glücklich. Tief glücklich. Echt glücklich.
Und wir küssen uns und ich habe wieder Schmetterlinge im Bauch und eine Gänsehaut am ganzen Körper.
Dabei ist es nicht unser erstes Date. Dabei ist es nicht unser erster Kuss.

Aber ich habe mich neu verliebt. In die Liebe.

Denn manchmal, da muss man sich neu verlieben. In die wunderbaren Dinge, die man vielleicht doch längst schon hat.


In das Leben, in die Liebe.  

Donnerstag, 6. Oktober 2016

Ich bin gewachsen

Erste eigene Wohnung. Gut, eine WG. Aber trotzdem.
Meine.

Mein Zimmer. Mein Blick aus dem Fenster, auf die Straßenbahn, auf den alten Ahornbaum, der langsam beginnt sich in den schönsten Farben zu färben.

Es ist wird Herbst. Es beginnt ein neues Semester.

Mein Duft nach muffigem Altbau, wenn ich die Abstellkammer öffne. Mein Frösteln, wenn ich morgens den kalten Flur in Richtung Bad entlang tapse. Meine schiefen Bilder an der Wand.
Nicht perfekt. Aber Meins.

Es fühlt sich gut an etwas Eigenes zu haben. Erwachsen irgendwie.
Aber gut erwachsen.
Nicht beängstigend, erdrückend, luftabschnürend erwachsen wie sonst immer.

Wie oft habe ich mich gefragt, ob sich dieses Wort für mich jemals gut anfühlen kann - erwachsen.
Anscheinend kann es.
Langsam. Ganz langsam.

Wir nähern uns an. Geben unsere Feindschaft auf.
Langsam. Ganz langsam.
Ich kann ihm endlich in die Augen schauen.
Ohne klein zu werden. Ohne schreiend davonzulaufen.
Ich bin gewachsen. Nicht nur körperlich.
Ich bin bereit ihm die Hand zu reichen. Frieden zu schließen. Es kennen zulernen.
Langsam. Ganz langsam.

Ich bin bereit mir Meins aufzubauen.
Mein Leben, mein eigenes.
Und es fühlt sich gut an. Unabhängig. Frei.
Ich bin gewachsen. Nicht nur körperlich.

Es hat gedauert. Es wird noch dauern. Aber es ist im Werden.
Ich bin im Werden.

Und Mama, Papa, ich versichere euch (-Oder versichere ich es doch mir?-) Ich liebe euch noch genau so sehr wie vorher und ich werde immer gerne nach Hause kommen.
Weil man Eltern braucht. Weil man Kind-sein braucht. Weil man Zu Hause braucht. Aber irgendwann einfach anders. Und irgendwann ist vielleicht jetzt - ohne vielleicht.
Weil man wächst. Nicht nur körperlich.

Ich will nach Hause kommen, aber ich will auch Meins haben.

Mein Zimmer. Mein Blick aus dem Fenster, auf die Straßenbahn, auf den alten Ahornbaum, der sich langsam in den schönsten Farben färbt. Mein Duft nach muffigem Altbau, wenn ich die Abstellkammer öffne. Mein Frösteln, wenn ich morgens den unbeheizten Flur in Richtung Bad entlang tapse. Meine schiefen Bilder an der Wand.
Nicht perfekt. Aber Meins. Mein Leben, mein eigenes.


Und ich will weiter wachsen.
Langsam. Ganz langsam.  

Donnerstag, 29. September 2016

Wir können nicht immer glücklich sein. Aber...

 Alltagsstress. Lebenssorgen.Weltschmerz.
Wir haben die Köpfe in Büchern, die Gedanken beim nächsten Punkt auf unserer To-do-List.
Und sie wird länger.
Und sie wird länger.
Und plötzlich, da wird alles zum Termin. Zur Pflicht.
Und wir rennen.

Und ich renn` und ich renn` und ich renn`. Als hätten wir vier Leben, doch wir haben nur eins.“

Unzufriedenheit. Müdigkeit. Traurigkeit.
Schleichen sich an, breiten sich aus.
Sehnsucht.
Sehnsucht nach Dingen, die uns glücklich machen. Lächeln lassen. Dieses warme, „Alles-ist-gut- Gefühl“ geben.
Sehnsucht nach einer Pause in diesem Marathonlauf.
Und wir rennen. Weiter. Immer weiter.


Als könnten wir vier Leben leben, als müssten wir überall sein.“


Dabei liegen sie direkt vor uns, diese Pausen.
Wir müssen sie nur wahrnehmen. Sie als solche begreifen.
Nicht als Termine. Nicht als Pflicht.
Und manche, manche müssen wir uns bewusst selber setzen.
Uns zwingen das Rennen zu unterbrechen. Damit wir anschließend wieder weiter laufen können.
Mit Spaß. Ohne Zwang.
Zeit mit Freunden. Ein gutes Buch. Eine Tasse Tee. Ein schöner Film. Ein langer Spaziergang. Ein gelungenes Workout.
Zeit für uns. Zeit für mich.


"Und ich renn` und ich renn` und ich renn`, dem einen hinterher, als hätten wir vier Leben- vier."




Wir müssen sie schätzen diese Pausen. Dieses Glück, das in ihnen liegt.

Das Kleine. Nicht immer nur das Große.
Müssen dankbar sein für das, was wir haben.
Dieses Leben. Dieses eine.
Müssen uns auf die Momente einlassen.
Müssen die Augen verschließen vor dem, was noch zu tun ist, und das Herz öffnen für das, was gerade passiert. In diesem Moment. In dieser Pause.
Müssen sie genießen. Mit all' unseren Sinnen.
Müssen sie fest in uns verschließen, um von ihnen zu zehren,wenn die Pflicht ruft, wenn die Sorgen klopfen.


Und sie muss rufen und sie müssen klopfen, denn wir können nicht immer glücklich sein.
Aber wir können es öfter sein, als wir denken. Wenn wir wollen.
In diesem Leben. In diesem einen.

-Bosse , Vier Leben-


Montag, 26. September 2016

Für den Moment

Und diese Luft. Sie ist einfach anders.
Klarer und frischer. Belebender und gleichzeitig beruhigender. Salziger und doch reiner.
Sie riecht nach Urlaub. Nach Urlaub zu Hause. So vertraut und beschützend umgibt sie mich.

Und dieser Wind. Er ist einfach anders.
Nicht stechend. Nicht verärgernd, weil er die Frisur vom Morgen kaputt macht.
Er legt sich um mich. Er verwuschelt meine Haare, er treibt mir Tränen in die Augen und verschmiert meine Schminke.
Er nimmt mir meine Maske ab.
Aber das ist mir gleichgültig. Völlig gleichgültig. Denn mit dem selben Windstoß nimmt er alle meine Sorgen mit.
Packt sie ein.
Trägt sie fort.
Fort. Hinaus aufs Meer.
Das so wunderschön vor mir liegt. Gewaltig und trotzdem nicht bedrohlich. Still und gleichzeitig laut. Aufwühlend und doch tröstend.Vertraut und doch immer wieder neu.
Einzigartig. Welle für Welle.

Und ich spüre meine Füße im Sand.

Hier brauche ich keine Maske tragen. Hier möchte ich keine Maske tragen. Nicht für mich. Nicht für andere.
Hier bin ich okay mit mir.
Für den Moment.
Hier fühle ich mich angekommen. Hier kann ich durchatmen. Hier kann ich zur Ruhe kommen. Hier kann ich nachdenken. Hier kann ich loslassen. Hier kann ich frei sein. Hier kann ich glücklich sein. Hier kann ich auftanken.
Für den Moment.
Für den Moment, der eine Woche dauert. Der auch nur eine Woche dauern kann. Der auch nur eine Woche dauern darf, sonst würde er seine Zauberkraft verlieren.
Aber ein Moment reicht manchmal schon aus. Ein Moment kann einem manchmal mehr geben als ein ganzes Jahr.


Und ich werde immer wieder kommen, nur für den Moment.
                         




Samstag, 24. September 2016

Ich möchte so vieles sein

Nur ein Leben. Nur ein Leben aber so viele Möglichkeiten.

Wer will ich sein? Wie will ich sein?
Muss ich herausfinden wer ich bin, oder kann ich selbst entscheiden wie ich sein möchte?
Sind wir also die, die wir sind oder werden wir doch die, die wir sein wollen?
Und wie funktioniert das Ganze überhaupt?
Dem Herzen folgen, auf das Bauchgefühl hören, sagen die einen.
Die Komfortzone verlassen, Selbstzweifel und Ängste überwinden, mutig sein, Dinge wagen, sagen die anderen.

Ich möchte so vieles sein.

An einem Tag fühle ich mich als erwachse und starke junge Frau, mutig und entschlossen so viel wie möglich vom Leben mit zu nehmen.
Da möchte ich reisen. Am liebsten die ganze Welt sehen. In den verschiedensten Städten leben, die unterschiedlichsten Kulturen und Menschen kennen lernen. Da möchte ich frei sein. Ungebunden. Unabhängig. Mir selbst genug.
An anderen Tagen bin ich wiederum ein kleines Mädchen, das sich nach Geborgenheit, Sicherheit und Liebe sehnt.
Da möchte ich einen festen Ort an dem ich mich zu Hause fühle. Da möchte ich nach der Arbeit nach Hause kommen und in deine Arme fallen. Da brauche ich dich.

Ich möchte so vieles sein.

Modisch und alternativ. Süß und sexy. Frei und gebunden. Abenteuerlustig und langweilig. Vertrauensvoll und aufregend. Grundschullehrerin und Künstlerin. Realistin und Träumerin. Partyqueen und Couchpotatoe.

Ich möchte so vieles sein.
Aber vor allem möchte ich dir nicht wehtun.

Ich muss ausprobieren. Muss mich ausprobieren.
Muss das Leben ausprobieren, in seiner Fülle an Möglichkeiten.


Um zu fühlen, was ich möchte und was nicht.
Um mich zu finden.
Das bedeutet Mut haben. Mut haben Fehler zu machen, hin zu fallen, sich weh zu tun, vielleicht auch anderen wehzutun.
Das bedeutet mal seinem Herzen zu folgen und sich ein anderes mal seinen innersten Ängsten zu stellen und über sich hinaus zu wachsen.
Das bedeutet echte, schmerzhafte Tränen genauso wie echte, Kribbeln verursachende Freude.
Das bedeutet das Leben spüren in all` seinen Facetten, mit all` seinen Facetten.
Ausprobieren.
Fühlen, was gut tut, was erfüllt, was glücklich macht.
Das Leben leben.
Vieles sein.
Mich finden.









Hallo ihr Lieben,
seit meinem letzten Post ist einiges passiert. Ich bin ein ganzes Stück stärker geworden und Sie im Gegenzug dazu immer schwächer und kleiner.
Auf all` den Plätzen, die sie früher belegt hat, macht sich nun das Leben breit.
Da ist jetzt endlich Raum, Energie und Zeit für die Gedanken, die einen als junge Frau wahrscheinlich umtreiben, wenn man vor hat, dass Leben, das einem geschenkt wurde, zu nutzen.
Ich möchte diese Gedanken gerne mit euch teilen.
Vielleicht beschäftigt euch Ähnliches. Vielleicht hilft es euch weiter. Vielleicht macht es euch Lust aufs Leben, mit allem was dazu gehört.
Angst. Mut. Zweifel. Suchen. Finden. Scheitern. Siegen. Glück. Trauer. Liebe. Hass. 
Leben ist nicht immer einfach, aber es ist aufregend und es so verdammt wert.
Wir sind es wert. Wir sind so viel mehr als Sie. In uns steckt so viel mehr.


Also: Darf es vielleicht ein bisschen mehr Leben sein?


Dienstag, 31. Mai 2016

"Eine Motivationsanleitung für das Leben"

So wie andere sich zum Sport, zum Lernen oder zum gesunden Essen motivieren müssen, müssen wir Uns dazu anhalten auf Unsere Körper, auf Unser  BAUCHGEFÜHL zu hören und diesem Gefühl vertrauen zu schenken, Uns vertrauen zu schenken. Sei es zum einen  darauf bezogen was und wie viel wir essen zum anderen aber auch darauf,  was wir tun.
So wie andere Ihren "inneren Schweinehund" überwinden müssen, der Ihnen sagt, sie sollen lieber faul auf der Couch liegen bleiben, statt eine Runde Fahrrad zu fahren oder doch lieber die Serie schauen, anstatt das Buch in die Hand zu nehmen, müssen Wir  "Sie" abwehren, die uns sagt, dass Nudeln zu viele Kohlenhydrate haben und Käse zu viel Fett hat, dass wir nicht mit unseren Freundinnen Essen gehen können, weil wir nicht wissen wie viele Kalorien das Servierte hat, aber genau so gut auch, dass wir  noch etwas für die Uni oder Schule tun müssen, obwohl uns der Körper signalisiert, dass es für heute genügt und er noch ein bisschen mit einem schönen Buch im Bett entspannen möchte, oder dass wir  keine Zeit für Hobbies haben, weil wir es sonst nicht schaffen perfekt für die Prüfungen vorbereitet zu sein.
Der erste Schritt ist zu erkennen, wer hier gerade was will.. möchte ich das, oder möchte "Sie" das? Wer hat hier gerade die Kontrolle über wen?
Wenn das geschafft ist, heißt es sich zu motivieren das durchzusetzen, was einem der eigene Körper signalisiert.
Ich habe für Euch gesammelt, wie ich versuche mich täglich zu motivieren und eine kleine "Motivationsanleitung für das Leben" verfasst. Vielleicht hilft sie Euch ja, wenn ihr Sie mit Euren ganz individuellen Dingen füllt.


1. Eine Bucket-List schreiben

      - verreisen (ohne "Sie" im Gepäck, andere Kulturen mit      
        ALLEN Sinnen und freien Gedanken
         kennen lernen )
       ->  z.B.  Backpacking in Schweden (mit genügend Kraft 
            den Rucksack zu tragen), eine                
            Fahrradtour an die Nordsee machen (mit genügend
            Energie für alle Kilometer)
      - Kitesurfen lernen
      - auf einem Festival campen
      - eine Nacht durchfeiern
      - anderen etwas Gutes tun
      - der Nachwelt etwas Bedeutendes hinterlassen
      - heiraten
      - Kinder bekommen
      - eine gute Lehrerin werden

2. Sich die Schäden für seinen Körper bewusst machen

    - Unfruchtbarkeit
    - Herzrhythmusstörungen
     - Haarausfall
    - Organschäden

3. Sich GESUNDE Vorbilder suchen

    - Fotos von Euch machen (auf Fotos habe ich zum mindestens 
      eine realitätsgetreuere
      Körperwahrnehmung als im Spiegel) und diese mit denen eurer 
      "Vorbilder" vergleichen, euch fragen, ob ihr          
      tatsächlich so aussehen wollt, ob das wirklich schön       
      und erstrebenswert ist.

4. Sich immer wieder bewusst machen, was sie einem alles nimmt

    - den Raum für kreative Gedanken
    - Zeit für Euch, Zeit mit Freunden, Zeit mit Eurer Familie, Zeit den Moment zu                   genießen
    - Lebensfreude
   - Selbstbestimmtheit
   - Selbstzufriedenheit 
   - Selbstvertrauen 
   - die Energie für alle Abenteuer des Lebens

5. Einen Motivationszettel gestalten

.... der immer präsent und greifbar ist, wenn Ihr überlegt was und wie viel ihr esst oder was ihr tut.  Der euch bestärkt in dieser Situation auf Euch zu vertrauen, der Euch bewusst macht, dass Ihr es wert seid, dass ihr gut so seid wie ihr seid, dass das Leben ohne sie so viel mehr zu bieten hat. Dass ihr auf dem richtigen Weg seid, auch wenn es manchmal verdammt schwierig ist.
Dass aufgeben nicht in Frage kommt, bis ihr am Ziel seid, bis ihr Euch wieder habt.
Dass euer Körper euch sagt was ihr braucht.
Dass ihr auf ihn vertrauen könnt!


Zum Abschluss möchte ich euch noch zwei meiner größten Insprationen und Mutmacher mit auf den Weg geben,die ich unglaublich schön und passend finde.
Zum einen ist es das Lied:

"Schön so wie du bist" von Kenay


 Hört vielleicht mal rein und schaut Euch das Video dazu an. Ich finde es unglaublich gelungen und die Botschaft,sich selbst zu akzeptieren, in einer Welt, die lauter Idealen hinterher eifert mehr als wichtig.

Zum anderen ist es ist ein Segenswunsch, der dazu aufruft sich auf das Leben einzulassen:

              "Es wachse 
                      Es wachse in dir der Mut 
                      dich einzulassen auf dieses Leben,
                      mit all seinen Widersprüchen, 
                      mit all seiner Unvollkommenheit,
                      dass du beides vermagst: 
                      kämpfen und geschehen lassen
                      ausharren und aufbrechen,
                 nehmen und entbehren.

               Es wachse in dir der Mut
                     dich liebevoll wahrzunehmen,  
                     dich einzulassen auf andere Menschen 
                     und ihnen teil zu geben
              an dem, was du bist und hast." 

                                   -Sabine Naegli-


   



...mit  diesen Worten, macht weiter, geht EUREN Weg zurück ins Leben! Anne